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Eine automatisierte Sichtschutzfassade an einer Rosenheimer Grundschule sorgt für konzentrierten Unterricht
 
Montagvormittag, Musikunterricht an der Grundschule Rosenheim. Doch nur die wenigsten Schüler konzentrieren sich auf das neu gelernte Lied: Im Mittelpunkt des Interesses steht vielmehr eine Autopanne, die sich gerade auf der stark befahrenen Prinzregentenstraße ereignet hat. Das Geschehen lässt sich gut beobachten, schließlich führt die Bundesstraße direkt am Gebäude vorbei, und der Musiksaal ist ganzseitig verglast. Bevor die Konzentration weiter nachlässt, greift die Lehrkraft zum Handsender: Schon schließen sich die Lamellen der Sichtschutzfassade, die vor den Fenstern angebracht ist. Die Schüler können sich wieder aufmerksam dem Musikunterricht widmen – mit Hilfe der intelligenten Automatisierung.
 
 
Glasklar: Sichtschutz und Tageslichtnutzung vereint
 
Zuverlässiger Sichtschutz bei optimaler Tageslichtführung lautete die Herausforderung, der sich das Berliner Architekturbüro Heydorn.Eaton stellen musste, als es 2005 mit dem Schulerweiterungsbau der Grundschule Rosenheim beauftragt wurde. Die Architekten entwarfen einen dreigeschossigen winkelförmigen Komplex, der sich mit einer gläsernen Fuge harmonisch an den Altbau fügt. Zehn weitere Klassenräume und ein Hort liegen im Neubau – das Herz des Schulensembles ist aber die raumhoch verglaste Pausenhalle, die Neu- und Altbau miteinander verbindet. An sie grenzen auch der Musik- und Mehrzweckraum an: Bei größeren Veranstaltungen lassen diese sich zur Halle öffnen. Es sind die fließenden Übergänge und die großflächigen Verglasungen, die dem Entwurf Leichtigkeit und Transparenz verleihen und den Grundschülern helfen, sich in den neuen Räumlichkeiten schnell zurechtzufinden. Farbig lasierte, holzverkleidete Wände sorgen auch im Inneren für eine freundliche, helle Atmosphäre.
 
 
Kleine Maße, große Wirkung
 
Den Anforderungen Sichtschutz und Tageslichtnutzung, die sich vor allem bei den zur Bundesstraße gelegenen Räumen stellen, begegneten die Architekten mit einer rund 23 Meter breiten beweglichen Fassade vor den Fenstern. Diese besteht aus 38 vertikalen Metall-Lamellen. Aufgrund ihrer Maße – die Lamellen sind je 3,60 Meter hoch – bewegt sie das Antriebssystem LIMAline 300 von elero. „Viel drehte sich bei unserer Entscheidung um Abmessungen“, erläutert Architektin Maud Heydorn. „LIMAline ist in der Lage, die großflächigen Lamellen exakt zu justieren. Gleichzeitig hat es selbst so geringe Maße, dass es sich gut verdeckt einbauen lässt und die Optik nicht stört.“ Das System besteht in diesem Fall aus zehn Antriebssträngen, wobei neun Jalousiemotoren je 4 LIMAline-Antriebe bzw. ein Jalousiemotor zwei Antriebe bewegen. Die Lamellen selbst werden mit einer dynamischen Last von 25 Nm gradgenau in Position gebracht. Ein Drehwinkel bis 360 Grad ist möglich – so können sie stets optimal justiert werden, um neugierige Blicke auszusperren und dennoch genügend Tageslicht in die Räume zu lassen. „Ein weiterer Vorteil von LIMAline: Für die Bewegung der Lamellen benötigt es nur wenig Kraft, besitzt aber gleichzeitig ein Haltemoment von 300 Nm. Dadurch können selbst hohe Windlasten der Sichtschutzfassade nichts anhaben“, so Herbert Stöhr, Produktmanager Fassade bei elero.
 
 
Gesteuert wird das Lamellenantriebssystem über eine Schaltstation in der Hausmeisterloge. Generell schließt der Hausmeister die gesamte Sichtschutzfassade am Abend und öffnet sie am Morgen wieder. Zusätzlich kann jede Lehrkraft die Lamellen per Handsender vom Klassenzimmer aus steuern und selbst entscheiden, ob diese zeitweilig den Blick nach draußen versperren sollen. Und da die Antriebe besonders leise arbeiten, steht der vollen Aufmerksamkeit der Schüler (eigentlich) nichts mehr im Weg.
 
 
Die Sichtschutzfassade – hier geschlossen – schirmt die dahinter liegenden Klassenräume von der stark befahrenen Bundesstraße ab.
 
 
Die 23 Meter breite bewegliche Fassade – hier offen – wird von der Hausmeisterloge aus gesteuert. Jede Lehrkraft kann sie zusätzlich auch per Handsender bewegen.
 
 
Die vertikalen Lamellen drehen sich um bis zu 360 Grad und gewährleisten eine optimale Tageslichtführung.
 
 
Bei der Grundschule Rosenheim kommt „LIMAline 300“ zum Einsatz (Mitte). Das Lamellenantriebssystem ist jedoch auch mit Drehmomenten von 60 und 800 Nm erhältlich.
 

 
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