
Wenn in der Kreisfeuerwehrleitzentrale in Brakel der Strom ausfällt, wird ein Schubkolbenantrieb aktiv
Pößneck, Oktober 2009 – Kein wünschenswertes Szenario: Ein größerer Unfall in einer Stadt, die Telefone in der Rettungsleitstelle stehen nicht mehr still. Alles muss schnell gehen, die Mitarbeiter versuchen per Computer, Telefon und Funk die Rettungskräfte zu organisieren und zu koordinieren. Im schlimmsten Chaos werden die Bildschirme plötzlich schwarz, die Leitungen sind unterbrochen – Stromausfall. Binnen Sekunden springt aber bereits die Notstromanlage an: Die Systeme fahren wieder hoch, der Einsatz kann fortgesetzt werden. In dieser Kürze der Zeit durchläuft der Notstromgenerator einen komplexen Prozess – und in der Kreisfeuerwehrleitzentrale im nordrhein-westfälischen Brakel spielt der Linearantrieb Junior 1 eine zentrale Rolle.
Keine Abweichung erlaubt
Der wichtigste Aspekt bei Notstromgeneratoren ist ihre Drehzahl: Sie muss in Deutschland 3.000 Umdrehungen/Minute (entspricht 50 Hertz) betragen – schon bei einer minimalen Abweichung können Schäden bei der Wiederaufnahme der externen Stromversorgung entstehen. Batterien und Umrichter überbrücken deshalb die kurze Zeitspanne, bis der Generator die erforderliche Netzfrequenz erreicht hat. In der Brakeler Kreisfeuerwehrleitzentrale wird dieser durch einen Dieselmotor angetrieben: Motorwelle und Generatordrehzahl sind direkt miteinander gekoppelt, so dass der Motor seine Drehzahl 1:1 an den Generator weiter gibt. Damit der Dieselmotor nun bei jedem Einsatz zuverlässig 3.000 Umdrehungen/Minute erreicht, haben sich die Betreiber der Rettungsleitstelle für eine Lösung mit einem Linearantrieb von elero Linearantriebstechnik entschieden.
Langsam fahren
Der Betrieb des Dieselmotors erfolgt in diesem Fall durch Direkteinspritzung mit elektronischer Einspritzsteuerung. Die Rolle des Schubkolbenantriebs Junior 1: Er wird als Stellantrieb für die Einspritzpumpe benutzt und reagiert auf die Signale des elektronischen Reglers. Dieser überwacht permanent Motordrehzahl, Antriebsposition und externes Netz, vergleicht die Werte mit einem eingestellten Soll-Wert und gibt bei Bedarf das Signal zur Einspritzung. Denn um die Drehzahl von 50 Hertz konstant beizubehalten, muss die Kraftstoffzufuhr stets zu einem bestimmten Zeitpunkt erfolgen. „Ausschlaggebend ist deshalb die Hubgeschwindigkeit des Junior 1. Da der Verstellweg der Pumpe relativ kurz ist, fährt der Antrieb äußerst langsam, damit der exakte Einspritzzeitpunkt nicht verpasst wird“, erläutert Hartmut Blum, Niederlassungsleiter elero Linearantriebstechnik. So bewegt der Junior 1 die Einspritzpumpe mit einer Geschwindigkeit von 1,5 Millimeter pro Sekunde und einer Kraft von 1.700 Newton entlang des Verstellwegs und bleibt flexibel: Wird das Signal zur Einspritzung gesendet, kehrt er auch vor dem Erreichen des oberen Endes des Hubs um und bringt die Pumpe in Position.
Läuft die externe Stromversorgung wieder an, werden beide Spannungen zunächst parallel eingespeist, was aufgrund der identischen Netzfrequenz problemlos funktioniert. Nach einer bestimmten Zeit empfängt der Junior 1 dann das Signal zum Stopp der Antriebsmaschine.
Erschütternde Standhaftigkeit
Nicht nur die flexible Hubgeschwindigkeit, sondern auch seine robuste Bauweise war ein wichtiges Kriterium bei der Wahl des Junior 1. „An diesem Einsatzort ist der Antrieb starken Vibrationen ausgesetzt, die er für unbegrenzte Zeit aushalten muss. Und auch beim nächsten Stromausfall, der übermorgen oder erst in zehn Jahren sein kann, muss er augenblicklich einwandfrei funktionieren“, so Blum. Seine geringen Abmessungen von
185 x 80 x 40 mm, mit denen der Junior 1 sich optimal in das Generator-System einfügt, tragen zusätzlich zur Langlebigkeit bei. Und es ist zu hoffen, dass der nächste Einsatz auf sich warten lässt.

Einsatz beim Notstromgenerator: Der Junior 1 reagiert auf die Signale des elektronischen Reglers und sorgt für eine zuverlässige Dieselgasverstellung. Quelle: HSA, Horst Schuchardt Aggregate, Hambühren

Ist der Notstromgenerator aktiv, muss der Junior 1 starke Vibrationen aushalten – und ist dank seiner robusten Bauweise und Langlebigkeit bestens dafür geeignet.
Quelle: elero Linearantriebstechnik
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elero Linearantriebstechnik im thüringischen Pößneck ist ein Zweigunternehmen der elero GmbH und somit Teil der Günther-Gruppe. Der 1995 gegründete Betrieb entwickelt, produziert und vertreibt elektrische, lineare Schubspindelantriebe. Dabei profitiert elero Linearantriebstechnik von der über 40-jährigen Erfahrung der elero GmbH bei Antriebs- und Steuerungssystemen. 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter treiben in Pößneck den Bereich Linearantriebstechnik weiter voran und gewährleisten so ein anhaltendes Wachstum.